martes, 28 de mayo de 2019

Setzen Sie sich mit uns für Pressefreiheit in der Türkei ein

An der Situation für Journalist*innen in der Türkei hat sich auch seit der Freilassung von Deniz Yücel und Meşale Tolu nichts verbessert. Immer noch sitzen dort mehr als 100 Medienschaffende im Gefängnis, zahlreiche Reporter innen stehen wegen absurder Terrorvorwürfe vor Gericht. Nicht nur kritische Journalist innen und Medienschaffende selbst sind von Verfolgung durch die türkische Regierung betroffen, auch ihre Familienmitglieder werden zunehmend in Sippenhaft genommen.

Am Mittwoch wurde Suat Çorlu, dem Ehemann der Journalistin Meşale Tolu, bei seiner Einreise in die Türkei der Pass abgenommen, da gegen ihn eine Ausreisesperre verhängt wurde. Jetzt kann er nicht zu seiner Frau und dem gemeinsamen Sohn nach Deutschland zurückkehren. Çorlu wollte persönlich an dem Prozess teilnehmen, der gegen ihn und seine Frau u.a. wegen Terrorpropaganda geführt wird. Ähnlich ergeht es auch Dilek Dündar. Die Ehefrau des im deutschen Exil lebenden Journalisten Can Dündar darf die Türkei seit über zwei Jahren nicht verlassen, obwohl es keine konkreten Vorwürfe gegen sie gibt. Sie wird als Druckmittel gegen ihren Mann eingesetzt, dem in der Türkei eine langjährige Haftstrafe droht.

Viele weitere Kolleg innen sind inhaftiert oder müssen auf Grund ihrer journalistischen Tätigkeit mit mehrjährigen Haftstrafen rechnen. Erst Ende April mussten sechs ehemalige Mitarbeiter der Zeitung Cumhuriyet zurück ins Gefängnis, nachdem sie im Berufungsverfahren gescheitert sind. Sie saßen bereits viele Monate in Untersuchungshaft. Cumhuriyet ist eine der ältesten Zeitungen in der Türkei. Nach der Neubesetzung des gesamten Stiftungs-vorstands im September 2018 wurden mindestens 20 Redaktionsmitglieder entlassen oder haben gekündigt. Damit ist eine der letzten kritischen Stimmen in der türkischen Presselandschaft verstummt.

Seit dem Putschversuch im Juli 2016 ist die Pressefreiheit in der Türkei stärker als je zuvor bedroht. Das Land gehört neben China, Ägypten, Iran und Saudi-Arabien zu den Ländern, in denen weltweit die meisten Medienschaffenden wegen ihrer Arbeit im Gefängnis sitzen. Deshalb dürfen wir nicht aufhören, das schamlose Vorgehen der türkischen Willkürjustiz gegen kritischen Stimmen im Land anzuprangern.

Wir fordern die sofortige Freilassung der wegen ihrer Arbeit inhaftierten Medienschaffenden. Ganz aktuell unterstützen wir die Kolleg*innen von Cumhuriyet durch die Übernahme von Anwaltskosten, damit sie sich vor Gericht verteidigen können. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende, damit wir hier schnell und unbürokratisch helfen können.

Eine Demonstrantin protestiert gegen die Festnahme der Cumhuriyet Journalist*innen © Picture Alliance / AP