| Liebe Leserinnen und Leser, stellen Sie sich vor, dass Sie als Journalistin oder Journalist einer Krisenregion oder gar in einem Kriegsgebiet arbeiten, wo es um die Pressefreiheit mehr als schlecht bestellt ist. Sollten dort Ihr Email-Account gehackt oder Ihre Telefongespräche abgehört werden, riskieren Sie unter Umständen Ihre Freiheit oder gar Leib und Leben. Um unseren mutigen Kolleginnen und Kollegen aus aller Welt ganz praktisch dabei zu helfen, sich in Zukunft besser schützen zu können, haben wir 2018 mit finanzieller Förderung der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe das „Berliner Stipendienprogramm zur Stärkung von Journalist*innen im digitalen Raum“ auf den Weg gebracht: Wir laden Journalistinnen und Journalisten aus Kriegs- und Krisengebieten für drei bis vier Monate nach Berlin ein, um sie intensiv in digitaler Sicherheit zu schulen. Besonders wichtig ist uns dabei, dass sie durch das Training auch dazu befähigt werden, nach ihrer Rückkehr in ihre Heimatländer ihr neu erlerntes Wissen an ihre Kolleginnen und Kollegen weitergeben zu können. Einer unserer derzeitigen Stipendiaten ist Jonathan Dagher, ein junger Journalist aus dem Libanon. Er hat gerade erfolgreich unser Trainingsprogramm zur digitalen Sicherheit abgeschlossen. Jonathan arbeitet bei Megaphone, einer Online-Plattform, die unabhängig und kritisch über die Missstände im Land berichtet. Bereits seit Jahren engagiert er sich für die Pressefreiheit. Für die Entwicklungsorganisation SMEX hat er eine Studie über digitale Bedrohungen von Frauen und LGBTQ+ Communities im Libanon verfasst. Mehr über Jonathan, sein Engagement und seine Zeit als Stipendiat in Berlin erfahren Sie in diesem Video. Wir freuen uns sehr, dass auch Sofia Mapuranga aus Simbabwe, Dil Afrose Jahan aus Bangladesch, Adnan Aamir aus Pakistan und Marine Madatyan aus Armenien erfolgreich an der aktuellen Runde unseres Trainingsprogramms teilgenommen haben. Ab September werden wir dann Journalistinnen und Journalisten aus Indien, Nigeria, Brasilien und von den Philippinen bei uns begrüßen. Alle unsere Fellows erhalten während ihres Aufenthalts in Berlin ein monatliches Stipendiengeld. Zudem übernehmen wir die Kosten für Visum, Reise, Krankenversicherung, öffentlichen Nahverkehr und Miete. Die bisherige Nachfrage nach einem der Stipendienplätze war enorm! Mit Ihrer Spende oder Ihrer Mitgliedschaft tragen Sie dazu bei, dass wir unser Stipendienprogramm fortführen und hoffentlich in Zukunft auch weiter ausbauen können. Für Ihre Unterstützung möchte ich mich ganz herzlich bedanken, auch im Namen unserer Stipendiatinnen und Stipendiaten. Mit freundlichen Grüßen Ihr Tilman Clauß Projektleiter Berliner Stipendienprogramm zur Stärkung von Journalist*innen im digitalen Raum |