jueves, 17 de octubre de 2019

ROG: Akut bedrohte Journalist innen aus Syrien gerettet

Liebe Freundinnen der Pressefreiheit,

es hat über ein Jahr gedauert, aber dank intensiver Bemühungen ist es uns im September gelungen, zwölf besonders gefährdete syrische Journalist*innen mit ihren Familien nach Deutschland in Sicherheit zu bringen. Auf der Flucht vor den vorrückenden Regierungstruppen saßen sie im Sommer 2018 in der Region Daraa, im Süden Syriens fest. Wären sie in die Hände des Assad-Regimes gefallen, hätten ihnen Verhaftung, Folter und Tod gedroht, weil sie für oppositionelle oder ausländische Medien gearbeitet hatten.

Einer von ihnen ist der 32-jährige Journalist Beshir Kanakri. Er wurde 2011 für seine kritischen Äußerungen über das Assad-Regime verhaftet und verbrachte einige Monate unter schlimmsten Haftbedingungen im Gefängnis. 2012 wurde er entlassen und floh über Umwege in eine Kleinstadt in der Nähe von Daraa, die von der Freien Syrischen Armee kontrolliert wurde. Seitdem berichtete er über die katastrophale Lage in der Region. Dabei waren er und seine Familie ständiger Gefahr ausgesetzt.

Bereits im Juli 2018 waren wir auf ihn und rund 70 weitere Journalistin*innen und Medienaktivist*innen aufmerksam geworden, die auf der Flucht vor den vorrückenden Regierungstruppen auf einem schmalen Landstrich in Südsyrien festsaßen. Regelmäßige schwere Luftangriffe des Assad-Regimes, aber auch Angriffe von bewaffneten Milizen brachten die eingekesselten Medienschaffenden und ihre Familien in große Gefahr.

Zusammen mit anderen Nichtregierungsorganisationen haben wir sofort beschlossen zu handeln und die zuständigen Stellen in der Bundesregierung um schnelles Eingreifen zu bitten. Einige Bundestagsabgeordnete haben unser Anliegen persönlich unterstützt. Der Fall Daraa zeigt: Wenn der politische Wille da ist, ist schnelle und unbürokratische Hilfe möglich.

Der letzte der zwölf Journalist*innen, für die wir eine Aufnahme in Deutschland erwirken konnten, ist im September eingereist. Weitere 18 Journalist*innen wurden mit ihren Familien in Frankreich und Spanien aufgenommen.

Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende oder durch eine Mitgliedschaft, damit wir Journalist*innen Not schnell und effektiv helfen können.

Mit besten Grüßen



Unterschrift von Christian Mihr
Ihr
Christian Mihr
Geschäftsführer
REPORTER OHNE GRENTZEN