Im Zuge der Anhörung wurde mehrfach deutlich, dass die USA keine Beweise dafür haben, dass Julian Assange Quellen „ernsthaft und unmittelbar“ gefährdet hat, aber ihre Anklage, in deren Rahmen ihm bis zu 175 Jahre Haft in den USA drohen, dennoch auf der Grundlage der von ihm vermeintlich wissentlich verursachten Risiken weiterführen. Offenkundig wird Assange nur deshalb verfolgt, weil er Informationen von großem öffentlichem Interesse für weitergehende Medienrecherchen verfügbar gemacht hat.
Deshalb fordert Reporter ohne Grenzen (RSF) von Großbritannien seine Freilassung und von den USA, dass sie ihre Vorwürfe fallen lassen. Neben unserem politischen Einsatz stehen wir von Reporter ohne Grenzen deshalb auch solidarisch an der Seite von Julian Assange, seiner Familie und von Wikileaks: Nachrichtenredaktionen sind darauf angewiesen, dass ihnen als geheim eingestufte Informationen zugespielt werden, um ihrer zentralen Rolle in der öffentlichen Meinungsbildung gerecht zu werden. Würde Julian Assange in die USA ausgeliefert, gar dort verurteilt, könnte das Whistleblowerinnen und Whistleblower, Journalistinnen und Journalisten überall auf der Welt davon abhalten, für die Öffentlichkeit relevante geheime Vorgänge in US- und in anderen Behörden aufzudecken.
Ich werde am 18. Mai, wenn die Anhörung in London fortgesetzt wird, wieder mit meinen Kolleginnen und Kollegen aus anderen RSF-Büros vor Ort im Gericht sein. Sie können unseren aus Spenden finanzierten Einsatz für Julian Assange unterstützen und sich auch selber für Julian Assange stark machen, indem Sie unsere Petition unterzeichnen.
CHRISTIAN MIHR
Geschäftsführer ROG (RSF)