jueves, 9 de abril de 2020

ASSANGE DER FALL: AUSWIRKUNGEN GEGEN CORONA

Liebe Freundinnen und Freunde der Pressefreiheit,
herzlichen Dank, dass Sie unsere Petition für Julian Assange unterstützt haben. Mit Ihrer Unterzeichnung haben Sie ein wichtiges Zeichen für die Pressefreiheit gesetzt und uns in unserem Kampf gegen seine Auslieferung an die USA bestärkt.

Leider gibt es keine guten Neuigkeiten im Fall Julian Assange: Die Auswirkungen der Corona-Pandemie machen auch vor den Toren des Belmarsh-Gefängnisses nicht Halt, in dem Assange seit mittlerweile einem Jahr inhaftiert ist. Am 25. März lehnte die zuständige Richterin einen Antrag der Verteidigung ab, ihn auf Kaution freizulassen. 

Die Anwälte hatten argumentiert, er sei in Haft besonders gefährdet, sich mit dem Corona-Virus anzustecken, was für ihn aufgrund einer chronischen Lungenerkrankung lebensgefährlich wäre. Die Richterin entgegnete, die Pandemie sei kein Grund ihn freizulassen, da die britische Regierung sich bemühe, alle Gefangenen vor dem Virus zu schützen, und zudem weiter Fluchtgefahr bestehe.

Seit dem 24. Februar entscheidet das Gericht darüber, ob Großbritannien dem Auslieferungsersuchen der USA nachkommen soll. Die nächsten Gerichtstermine sind ab dem 18. Mai angesetzt. Am 7. April lehnte die Richterin auch den Antrag der Verteidigung ab, die Termine aufgrund der Corona-Pandemie zu verschieben. Die Anhörung soll also trotz der in Großbritannien aktuell herrschenden Ausgangssperre stattfinden, möglicherweise komplett per Videokonferenz.

In der ersten Anhörungswoche vom 24. bis 27. Februar waren wir von Reporter ohne Grenzen täglich als Prozessbeobachter im Gerichtssaal. Auch unter den derzeitigen Bedingungen werden wir alles daran setzen, Julian Assange weiter zu unterstützen. Über die neuesten Entwicklungen halten wir Sie natürlich auf dem Laufenden – auf unserer Webseite sowie auf Twitter, Facebook und Instagram.

Damit wir Julian Assange und andere Medienschaffende in Notlagen auch weiterhin unterstützen können, sind wir auf Ihre Hilfe angewiesen. Bitte unterstützen Sie uns, zum Beispiel indem Sie Mitglied von Reporter ohne Grenzen werden oder für unsere Arbeit spenden. Vielen Dank dafür!

Wir wünschen auch Ihnen in dieser schwierigen Zeit alles Gute – bleiben Sie gesund!

REPORTER OHNE GRENZEN



© picture alliance/Ulrich Baumgarten