Die Opec schätzt die Lage damit weniger pessimistisch ein als die Internationale Energieagentur (IEA), die gestern in ihrem Bericht mitteilte, dass die weltweite Ölnachfrage aufgrund der Reiserestriktionen im Zuge des Coronavirus-Ausbruchs im Vergleich zum Vorjahr um 9,3 Millionen Barrel pro Tag zurückgehen werde.
Laut Opec dürfte die Ölnachfrage im zweiten Quartal um schätzungsweise 12 Millionen Barrel pro Tag einbrechen. Für April wird ein Rückgang um 20 Millionen Barrel pro Tag erwartet, hieß es im Monatsbericht des Ölkartells am Donnerstag in Wien. Schuld an dem Nachfrageeinbruch habe in erster Linie die Coronavirus-Pandemie. Im März erhöhte sich die Produktion der Opec um 821.000 Barrel pro Tag.
"Während wir davon ausgehen, dass die Produktion im April relativ hoch bleiben wird, dürfte die Opec-Förderung nach der Ankündigung drastischer Förderkürzungen in der vergangenen Woche ab Mai deutlich zurückgehen", so Capital Economics in einer Notiz. Allerdings dürfte der Ölmarkt noch bis zum vierten Quartal einen Überschuss aufweisen, schrieb das Londoner Forschungsunternehmen. Entsprechend sehen sie den Ölpreis noch einige Monate auf tiefem Niveau stehen.
Das Angebotswachstum außerhalb der OPEC dürfte für das gesamte Jahr 2020 auf 1,5 Millionen Barrel pro Tag zurückgehen. Das US-amerikanische Angebotswachstum "wurde um 1,05 Millionen Barrel pro Tag nach unten revidiert, sodass im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang von 0,15 Millionen Barrel pro Tag zu erwarten ist", erklärte die Opec.
Der Preis für die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte zuletzt um 1,36 Prozent z u auf 20,14 Dollar je Barrel. Für die Nordseesorte Brent ging es um 1,19 Prozent nach oben.
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