Es ist der stärkste Rückgang seit einem Jahr. Auch die Aufträge in der Industrie sind massiv eingebrochen, das Neugeschäft sank im Vergleich zum Vormonat um 10,7 Prozent, so stark wie seit Beginn der Coronapandemie im April 2020 nicht.
Einen besonders großen Anteil am Rückgang hatte die Autobranche: Hier brach die Produktion um 6,5 Prozent zum Vormonat ein. Im ersten Quartal 2023 ist die deutsche Volkswirtschaft haarscharf an einer Rezession vorbeigeschrammt. Stürzt Deutschland ab?“
Hans-Peter Firbas.- Rezessionsängste in Europa werden akzentuiert. Die deutsche Industrieproduktion ging im März stärker als erwartet zurück, wobei der Automobilsektor stark einbrach, was erneut Befürchtungen einer Rezession in Europas größter Volkswirtschaft aufkommen ließ.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sank die deutsche Industrieproduktion im März um 3,4 % gegenüber dem Vormonat, nachdem sie im Februar noch um 2,1 % gestiegen war. Die Analysten von Reuters hatten auf einen viel geringeren Rückgang der Industrieproduktion von fast 1,3 % hingewiesen, während Bloomberg einen Rückgang von 1,5 % geschätzt hatte.
Der Produktionsrückgang wird eine Abwärtsrevision der BIP-Prognosen zwischen Januar und März bedeuten, die derzeit von einem Nullwachstum ausgehen. Der mehr als wahrscheinliche Rückgang des BIP zwischen Januar und März, zusammen mit dem Rückgang um 0,4 % im vierten Quartal 2022, würde den Eintritt des Landes in eine technische Rezession bedeuten, nachdem es seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar manchmal nur knapp vermieden wurde 2022 und die Inflation schoss in die Höhe. Eine vorläufige Einschätzung für die ersten drei Monate des Jahres 2023 lautete Stagnation.
Saisonbereinigt war der Rückgang viel größer und die Bestellungen der deutschen Industrie gingen im Vergleich zum Vormonat um 10,7 % zurück, der stärkste Rückgang gegenüber dem Vormonat seit 2020, inmitten der Covid-Pandemie.
Die Herstellung von Kraftfahrzeugen und Autokomponenten ging im Vergleich zum Vormonat um 6,5 % zurück, während die Produktion von Maschinen und Ausrüstung um 3,4 % zurückging. Die Bautätigkeit ging ihrerseits im Monat um 4,6 % zurück.
Im ersten Quartal war die Produktion nach Angaben des Statistischen Amtes um 2,5 % höher als im Schlussquartal 2022.
Nach diesen Daten weisen Analysten auf die größten Rezessionschancen des europäischen Riesen hin. „Das deutsche verarbeitende Gewerbe leidet immer mehr unter dem Anstieg der Weltzinsen“, heißt es in einem von Reuters gesammelten Bericht der Commerzbank. „Die Rezessionsrisiken in Deutschland nehmen zu.“
„Alle deutschen makroökonomischen Daten sind im März zusammengebrochen“, sagt ING ihrerseits in einem von Reuters gesammelten Bericht an ihre Kunden. „Einzelhandelsumsätze und Exporte gingen stark zurück, und in Verbindung mit den heutigen Daten zur Industrieproduktion besteht die Möglichkeit einer Abwärtskorrektur des BIP für das erste Quartal.“
