Aktien können sehr unterschiedlich sein Aktien sind sehr verschieden. Ganz grob lassen sich stark konjunkturabhängige Werte (sogenannte Zykliker) wie beispielsweise die TUI (DE:TUIGn) (WKN: TUAG00)-Aktie, die Commerzbank (DE:CBKG) (WKN: CBK100)-Aktie oder die Shell (DE:RDSa) (WKN: A0D94M)-Aktie und, auf der andere Seite, Hersteller von essenziellen Gütern wie die Nestlé (WKN: A2DY3F)-Aktie, die Johnson & Johnson (NYSE:JNJ) (WKN: 853260)-Aktie oder die Procter & Gamble (NYSE:PG) (WKN: 852062)-Aktie unterscheiden. Natürlich können auch letztere bei einer schlechten Entwicklung oder in Folge einer Überbewertung fallen. In Summe überstehen sie Krisen jedoch meistens besser.
Onlinehändler profitieren von der Einzelhandelsschließung Amazon produziert zwar selbst keine wichtigen Güter, handelt aber mit ihnen und hat zudem Glück, dass es in der Krise seinen Betrieb bisher noch nicht unterbrechen musste, während alle Filialeinzelhändler vorübergehend schließen mussten und somit große Umsatzeinbußen erleiden. Sie bangen derzeit um ihr Überleben, wie das Beispiel J.C. Penney (WKN: 851991) eindrucksvoll zeigt.
Amazon und Ebay (WKN: 916529) haben davon profitiert, denn viele Menschen verlagern ihre Einkäufe in das Internet. In Amerika ist der Ansturm derzeit so groß, dass Amazon kaum noch alle Bestellungen bewältigen kann. Er ist nach Angaben der „New York Times“ derzeit 50-mal höher als normal. Kunden müssen zum Teil sehr lange warten, bis sie ihr Paket erhalten. Während alle Firmen Mitarbeiter entlassen, sucht Amazon händeringend nach Personal, das die Bestellungen abarbeitet.
In den USA wurden bereits 100.000 neue Mitarbeiter eingestellt und 75.000 weitere Stellen zur Besetzung ausgeschrieben. Obwohl die Gehälter in der Krise erhöht wurden, üben allerdings viele Mitarbeiter Kritik an den Arbeitsbedingungen. Demnach legt Amazon nicht genügend Wert auf den Mitarbeiterschutz. Infolgedessen muss das Unternehmen nun in Frankreich seinen Betrieb vorübergehend einstellen.
Ein Gericht hatte befunden, dass der Gesundheitsschutz der Mitarbeiter nicht ausreicht, obwohl Amazon 1,5 Mio. Masken, 127.000 Desinfektionstücherpakete und 27.000 Liter Desinfektionsgel verteilt hatte. Lebensmittel und Drogerieprodukte sind von der Schließung ausgenommen. Eine Nachbesserung sollte allerdings schnell möglich sein, sodass der Betrieb wieder aufgenommen werden kann.
Amazon profitiert zudem von den fallenden Energiepreisen. Im Zuge der Krise sinken der Öl- und Gasbedarf, wodurch die Preise eingebrochen sind. Sie senken die Konzernkosten und gleichen wiederum die höheren Gehaltszahlungen aus.
Aktien sind keine Selbstläufer Der Amazon-Aktionär und Vorstandsvorsitzende Jeff P. Bezos profitierte vom Anstieg seiner Wertpapiere bisher am meisten. Sein Vermögen soll um 23,6 Mrd. auf 138 Mrd. US-Dollar zugelegt haben. Er ist damit der reichste Mensch der Welt.
Viele andere Milliardäre haben in der Krise hingegen Milliarden US-Dollar verloren, bis hin zu Totalverlusten. Hohe Zugewinne sind also nur unter Schwankungen und dem Eingehen von unternehmerischen Risiken möglich. Aktien sind somit keine Selbstläufer.
Jeff Bezos ist derzeit eher die Ausnahme von der Regel. Auch sein Vermögen ist ständig bedroht. So könnten beispielsweise weitere Auslieferzentren vorübergehend geschlossen werden, nach der Krise der Umsatz wieder sinken oder früher oder später die Politik Einfluss nehmen.
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