domingo, 5 de abril de 2020

CARSTEN JAHN: DIE HOFFNUNG STIRBT ZULETZT, ABER UM WELCHEN PREIS

In der Menschheitsgeschichte gab es immer wieder dunkle Stunden. Als in Troya die letzte Hoffnung der Menschen zerstört wurde, klammerte man sich bis zuletzt an den Glauben der Errettung durch den Sonnengott. Letztlich passierte nichts und die Stadt und die Menschen wurden von den Griechen vernichtet.

Immer wenn es sich in der Welt verdunkelt, wenden sich die Menschen zurück zum Glauben. Dieser kann Religiös sein, oder auch ganz weltlich, aber man möchte so sehr das alles gut wird, das man aus tiefster Überzeugung daran glaubt. Man sieht dann nur noch das Gute, blendet alles offensichtliche und momentane aus. Man will gar nicht mehr das der Augenblick von einem Besitz ergreift. Man legt sein Leben, sein Schaffen und auch seinen Geist in eine imaginäre fremde Hand und lässt sich leiten und führen.

Man hinterfragt nicht mehr, man denkt nicht mehr selbständig, man lässt keinerlei Kritik an dem eingeschlagenen Weg mehr zu. Es gibt nie zwei Seiten der Medaille, es gibt nicht nur schwarz und weiß, aber genau das ist die Denkweise in diesem Moment.

Man klammert sich an einen Weg, den Weg der Hoffnung, ohne zu wissen, ob es wirklich der richtige Weg ist. Man übersieht die Gefahr, das man die eigene Handlungsmöglichkeit ausblendet und man vergisst das, wenn geführt und geleitet wird, sich in die Hände anderer begibt, ohne wirklich zu wissen, ob es der aufrichtige Weg ist.

Man wird das, was man niemals sein wollte, eine Marionette. Eine Puppe an deren Fäden der/die Herr und Meister zieht, ganz so wie es ihm oder Ihr beliebt. Nur, weil man sich die Erlösung so dringend wünscht. Man verliert die eigene Initiative sein Leben in die eigene Hand zu nehmen und keinem anderen zu überlassen. Folgen ohne zu hinterfragen um des Glaubens willens?

In der Geschichte der Menschheit gab es schon oft, die die das Licht für sich nutzten, um die Menschen in die Dunkelheit zu führen. Wir fragten uns danach immer, wie konnte das passieren? Die Menschheit hat immer wieder den richtigen Zeitpunkt verpasst, diesen unheilvollen Weg zu verlassen, und befanden sich danach im nächsten Käfig. Nun stehen wir wieder an einem solchen Punkt, glauben ohne zu wissen und folgen ohne zu fragen.

In den dunkelsten stunden ist es wichtig auf Sicht zu fahren, um sicher durch den Sturm zu manövrieren. Wenn sich der Sturm gelegt hat, muss man objektiv bewerten, um dann die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen um den Kurs gegebenenfalls neu zu setzen.

Carsten Jahn


Carsten Jahn (@CarstenJahn4) | Twitter