Die Bewegungsfreiheit ist in vielen Ländern stark eingeschränkt, Recherchereisen sind fast überall unmöglich geworden. Die meisten Kolleginnen und Kollegen können nur noch vom heimischen Schreibtisch aus arbeiten und auf die Ereignisse blicken.
Umso kostbarer sind deshalb die bewegenden Bilder, die uns international tätige Fotografinnen und Fotografen für den diesjährigen Band „Fotos für die Pressefreiheit“ zur Verfügung gestellt haben. Seit mehr als 25 Jahren erscheint der Bildband zum Internationalen Tag der Pressefreit am 3. Mai – so auch in diesem Jahr. Darin finden sich eindrucksvolle Fotos aus den Ländern, die uns 2019 besonders beschäftigt haben, als von Corona noch nicht die Rede war.
Bei der Arbeit an diesem Fotobuch habe ich mit der brasilianischen Fotografin Alice Martins gesprochen, die seit vielen Jahren die Geschehnisse in Syrien dokumentiert. Jedes einzelne ihrer Bilder ist Zeugnis eines Krieges, der kein Ende findet und der Bevölkerung unbeschreibliches Leid zumutet. Von Konflikt, Tod und Trauma erzählt auch Andrés Cardona aus Kolumbien: In seiner Fotostrecke „Wreck Family“ verwebt er ältere Fotos seiner ermordeten Angehörigen und nachgestellte Szenen seiner Familiengeschichte zu einer albtraumhaften Erzählung über den Kampf zwischen der Regierung und der FARC-Guerilla.
Ein Schwerpunkt des Bandes sind die Massenproteste in Hongkong. Der Fotograf Lam Yik Fei hat sie vom ersten Tag an begleitet. In Aufnahmen von der Frontlinie zwischen Demonstranten und Staatsgewalt dokumentiert er die Ereignisse in seiner Heimatstadt im Ausnahmezustand. Wie die Menschen in Kaschmir den Einmarsch indischer Truppen, Ausgangssperren und eine monatelange Kommunikationsblockade erlebt haben, zeigen die Bilder des Fotografen Dar Yasin. Sie zeigen eine Region, die zu zerbrechen droht, und unerschütterliche Kaschmiris, die der Krise trotzen. Obwohl seine Heimat über längere Zeit eine Internetblockade erlebte, gelang es Dar Yasin seine eindrucksvollen Fotos ins Ausland zu schaffen und dadurch einen seltenen Einblick in die Ereignisse in Kaschmir zu ermöglichen.
Ein Land in der Sinnkrise zeigen die Aufnahmen des britischen Fotografen Andrew Testa. Seit dem EU-Referendum 2016 hat er die zwischenmenschlichen Gräben und die politische Spaltung im Vereinigten Königreich dokumentiert, die sich in der Gesellschaft auftun.
Der Fotograf Wassim Ghozlani versucht mit seinen Schwarzweißaufnahmen die visuelle Geschichte seines Heimatlandes Tunesien neu zu schreiben und touristischen Klischees zu widersprechen. In Tansania hat die US-amerikanische Fotografin Nicky Woo einen ungewöhnlichen Einblick in die Arbeit der „Mgangas“, der traditionellen Hexendoktoren und Kräuterheilerinnen, gewonnen. Sie alle bringen uns die Welt in all ihrer Vielfalt auch in der Coronakrise in unsere vier Wände.
Wir sind froh und sehr dankbar, dass uns auch in diesem Jahr Fotografen und Autorinnen unentgeltlich mit ihren Arbeiten unterstützt haben. Denn Reporter ohne Grenzen finanziert sich neben Spenden und Mitgliedsbeiträgen auch durch den Verkauf des Fotobuchs. Der Erlös fließt vollständig in unseren Einsatz für die Pressefreiheit und für verfolgte Journalistinnen und Journalisten, beispielsweise durch die Übernahme von Anwaltskosten und medizinische Hilfe.
Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit durch den Kauf unseres Fotobuchs oder spenden Sie für in Not geratene Kollegen und Kolleginnen.
Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!
Umso kostbarer sind deshalb die bewegenden Bilder, die uns international tätige Fotografinnen und Fotografen für den diesjährigen Band „Fotos für die Pressefreiheit“ zur Verfügung gestellt haben. Seit mehr als 25 Jahren erscheint der Bildband zum Internationalen Tag der Pressefreit am 3. Mai – so auch in diesem Jahr. Darin finden sich eindrucksvolle Fotos aus den Ländern, die uns 2019 besonders beschäftigt haben, als von Corona noch nicht die Rede war.
Bei der Arbeit an diesem Fotobuch habe ich mit der brasilianischen Fotografin Alice Martins gesprochen, die seit vielen Jahren die Geschehnisse in Syrien dokumentiert. Jedes einzelne ihrer Bilder ist Zeugnis eines Krieges, der kein Ende findet und der Bevölkerung unbeschreibliches Leid zumutet. Von Konflikt, Tod und Trauma erzählt auch Andrés Cardona aus Kolumbien: In seiner Fotostrecke „Wreck Family“ verwebt er ältere Fotos seiner ermordeten Angehörigen und nachgestellte Szenen seiner Familiengeschichte zu einer albtraumhaften Erzählung über den Kampf zwischen der Regierung und der FARC-Guerilla.
Ein Schwerpunkt des Bandes sind die Massenproteste in Hongkong. Der Fotograf Lam Yik Fei hat sie vom ersten Tag an begleitet. In Aufnahmen von der Frontlinie zwischen Demonstranten und Staatsgewalt dokumentiert er die Ereignisse in seiner Heimatstadt im Ausnahmezustand. Wie die Menschen in Kaschmir den Einmarsch indischer Truppen, Ausgangssperren und eine monatelange Kommunikationsblockade erlebt haben, zeigen die Bilder des Fotografen Dar Yasin. Sie zeigen eine Region, die zu zerbrechen droht, und unerschütterliche Kaschmiris, die der Krise trotzen. Obwohl seine Heimat über längere Zeit eine Internetblockade erlebte, gelang es Dar Yasin seine eindrucksvollen Fotos ins Ausland zu schaffen und dadurch einen seltenen Einblick in die Ereignisse in Kaschmir zu ermöglichen.
Ein Land in der Sinnkrise zeigen die Aufnahmen des britischen Fotografen Andrew Testa. Seit dem EU-Referendum 2016 hat er die zwischenmenschlichen Gräben und die politische Spaltung im Vereinigten Königreich dokumentiert, die sich in der Gesellschaft auftun.
Der Fotograf Wassim Ghozlani versucht mit seinen Schwarzweißaufnahmen die visuelle Geschichte seines Heimatlandes Tunesien neu zu schreiben und touristischen Klischees zu widersprechen. In Tansania hat die US-amerikanische Fotografin Nicky Woo einen ungewöhnlichen Einblick in die Arbeit der „Mgangas“, der traditionellen Hexendoktoren und Kräuterheilerinnen, gewonnen. Sie alle bringen uns die Welt in all ihrer Vielfalt auch in der Coronakrise in unsere vier Wände.
Wir sind froh und sehr dankbar, dass uns auch in diesem Jahr Fotografen und Autorinnen unentgeltlich mit ihren Arbeiten unterstützt haben. Denn Reporter ohne Grenzen finanziert sich neben Spenden und Mitgliedsbeiträgen auch durch den Verkauf des Fotobuchs. Der Erlös fließt vollständig in unseren Einsatz für die Pressefreiheit und für verfolgte Journalistinnen und Journalisten, beispielsweise durch die Übernahme von Anwaltskosten und medizinische Hilfe.
Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit durch den Kauf unseres Fotobuchs oder spenden Sie für in Not geratene Kollegen und Kolleginnen.
Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!
Gemma Pörzgen
Vorstandsmitglied Reporter ohne Grenzen und Chefredakteurin des Bildbandes „Fotos für die Pressefreiheit 2020“