miércoles, 4 de agosto de 2021

DEUTSCHLAND DR. GERD REUTHER: JEDER DRITTE STIRBT EINEN TOD AN DER MEDIZIN

Hans-Peter Firbas.- In Deutschland sterben etwa 300.000 Menschen pro Jahr an Operationen, Medikamenten oder Klinik-Infektionen und das bei etwa 900.000 Todesfällen insgesamt. 

Das heißt: jeder Dritte stirbt eigentlich an einem Tod an der Medizin. Wenn jemand den Arzt nicht aufsucht, hat er schon mal dieses Drittel an Risiken weg“, sagt der ehemalige Chefarzt Dr. Gerd Reuther.

In seiner Publikation mit dem Untertitel Ein Arzt deckt auf, warum Ihr Leben in Gefahr ist, wenn Sie sich medizinisch behandeln lassen, stellt er dar, „dass die Medizin häufig nicht auf das langfristige Wohlergehen der Kranken abzielt, sondern in erster Linie die Kasse der Kliniken und Praxen füllen soll. Eine bessere Medizin müsste mit einer anderen Vergütung medizinischer Dienstleistung beginnen und Geld dürfte nicht mehr über Leben und Tod bestimmen“ – so seine Forderung.

Medizin arbeite ohne ausreichende Evidenz und genügend kritische Selbstkontrolle, nach dem Motto „Was wir verordnen, wirkt auch“ (Kapitel 1), Mediziner seien „Wissenschaftsgaukler“, die Studien wenn nötig „(er)finden“ würden. (Kapitel 2). 

Ärzte verweigerten die Aufklärung und Investigation von Kunstfehlern und durch die Behandlung induzierte Schäden (Kapitel 3). Sie seien Spezialisten im Verkauf von Medikamenten und Therapien, deren Nutzen fragwürdig sei, verzichteten dabei auch auf hilfreiche Maßnahmen, soweit sie keine Einnahmen generierten. 

Eine schlechte Therapie oder Übertherapie gelte dem medizinischen „Aktionismus“ als besser als keine; dabei würden die Ärzte zu Erfüllungsgehilfen der Medizinindustrie. Im „Hochrisikobereich Klinik“ sei die Gesundheit oft stärker gefährdet als außerhalb. Die Ärzte arbeiteten in „zynischen Dreiecksbeziehungen“, bei denen Geld in undurchsichtigen Kanälen fließe und Interessenkonflikte zu Ungunsten des Patienten gelöst würden. 

Im Kapitel 9 stellte Reuther eine Gegen-Medizin dar, die sich als Dienstleister der Patienten sieht. Zuletzt entwirft er ein „20-Punkte-Programm für eine Medizin ohne Verbrechen gegen die Gesundheit“.

Thomas Lempert vom Deutschen Ärzteblatt attestiert Reuther, er erkunde, wie das Patientenwohl immer wieder missachtet wird, er kritisiere "die aktuelle Überbetonung der Genetik bei der Krankheitsentstehung, während Umweltfaktoren aus dem Blick geraten, die viel besser geeignet sind, aktuelle Veränderungen der Krankheitshäufigkeiten zu erklären." An manchen Gegenthesen Reuthers dürfe der Leser zweifeln und sich selbst auf den investigativen Weg machen.

Gabriele Kaczmarczyk, Vizepräsidentin des DÄB empfiehlt das Buch für ein radikales Umdenken. Es wäre der Mühe wert, Reuthers Grundsätze einer Medizinreform zu beherzigen: „Man sollte das Buch getrost lesen, denn es gibt noch zu viele Kolleginnen und Kollegen, die sich mit diesem Buch unabhängig von der Pharmaindustrie informieren könnten – dies gilt natürlich auch für die Gesundheitspolitik.